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Das Mixmedia-Objekt "Flaschenpost" mit der dazugehörigen
Aktion "Die Flasche wird ihren Weg finden" ist Bestandteil eines
gemeinsamen Projektes der Künstler Conzen und Dollmann. Seit 2001
arbeiten sie an dem Thema, in dessen künstlerische Ergebnisse die
jeweiligen Charakteristiken der Werkgruppen und Persönlichkeiten
der beiden einfliessen.
Seit 1996 markiert Norbert F. Conzen (*1954 in Hermülheim bei Köln)
durch ein Aquarell- oder Ölbild in den Farben Blau, Wei§, und Grün
Wege durch Mitteleuropa. Das Bild findet sich an eigens dafŸr geschnitzten
Holz-Stelen, arrangierten Installationen, öffentlichen Wegweisern
oder Bäumen im offenen Landschaftsraum wieder. Die Standorte werden
fotografiert, durch Messung des Längen- und Breitengrades dokumentiert
und der Vergänglichkeit überlassen.
Joe Dollmann (*1954 in Rösrath bei Köln) hat die Essigflasche
zu seinem Hauptmotiv erklärt und variiert in seinen Skulpturen und
Zeichnungen den bekannten taillierten Glasbehälter des deutschen
Essig-Markenführer mit immer neuen Farb- und Formkombinationen. Dabei
greift er auf einen scheinbar unerschöpflichen Ideenreichtum zurück,
der besonders bei umfangreichen Materialexperimenten mit Glassplittern,
Kunststoff und Holz neue visuelle Effekte schafft.
Beide Komponenten der Künstler fließen in das gemeinsame Thema
Flaschenpost ein. Die Dollmannsche Essigflasche wird zum Träger
des Conzenschen Aquarells. Der unterschiedliche Auseinandersetzung der
Künstler mit dem geschaffenen Symbioseobjekt ist für die jeweiligen
Werkgruppen bezeichnend. Conzen fotografiert exakt und wissenschaftlich
akribisch ausgesuchte Standorte an Flußwegen, während Dollmann
bei seinen Reisen durch die Republik Menschen zum Mitmachen an der Aktion
animiert und dies in zahlreichen Digitalfoto festhält.
In Ausstellungen zeigen die beiden Künstler nun ein Gestell mit 320
Essigflaschen, die am letzten Ausstellungswochenende im Rahmen einer Aktion
in einen Fluß verbracht werden, um den Gesetzmäßigkeiten
der Physik folgend, ihren Weg in die Welt hinaus zu suchen; im Bauch jeder
Flasche steckt jeweils ein Formular, das jeder Ausstellungsbesucher ausfüllen
kann.
In Zeiten in denen der Informationsfluß fast ausschließlich
von der IT-Branche übernommen ist, mutet der Rückgriff auf die
anachronistische Form der Flaschenpost fast schon anarchisch an. Conzen
und Dollmann wählen bewußt einen behutsamen Weg der Verständigung
mit der Welt, wobei das Ankommen der Botschaften aus den kleinen Flüssen
vielen Zufällen überlassen wird, jedoch umso spannender wird
es sein, zu sehen, wo die Flaschen überall in der Welt gefunden werden.
Biografisches:
Joe Dollmann (*1954 in Rösrath bei Köln) hat die Essigflasche zu seinem Hauptmotiv erklärt und variiert in seinen Skulpturen und Zeichnungen den bekannten taillierten Glasbehälter des deutschen Essig-Markenführer mit immer neuen Farb- und Formkombinationen. Dabei greift er auf einen scheinbar unerschöpflichen Ideenreichtum zurück, der besonders bei umfangreichen Materialexperimenten mit Glassplittern, Kunststoff und Holz neue visuelle Effekte schafft.
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Norbert Conzen, Flaschenpostwerfer, Zeichnung (Aquarell, Kugelschreiber) 2003
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