NORBERT CONZEN - Kunstprojekte, Filme, Fotografien, Zeichnungen

START | Aktuell | PROJEKTE: Wald | Kirchen | Fluß | Westwall | STELEN-PROJEKT: 77 Stelen | 77 Objet trouvé-Stelen | 77 Baum-Stelen | INFO: Filmografie | Biografie | Impressum |
PROJEKTARCHIV: Jagd | Kartographen | Straßen | Asphalt | Flaschenpost | Berlin | Installationen | Portraits || Zeichnungen | SHOP: DVDs | Fotografien |


Biographie / Impressum

Presseartikel

Katalogtext 2003
Katalogtext 1998
Katalogtext 1997
Katalogtext 1995


Das Kunst-Projekt "Stelen" von Norbert Conzen
Ausstellung in der Galerie Sudhaus, Kelheim
Von Dennis Schneider

Bis zum Jahre 2001 stellt Norbert F. Conzen 231 plastisch bearbeitete Stelen, aus verschiedenen Holzarten gefertigt (Fichte, Tanne, Eiche, Linde), von Skandinavien bis zu den Mittelmeerländern im offenen Landschaftsraum als Skulpturenkette auf: in den deutschen Mittelgebirgen und in den Alpen ebenso wie in Südtirol oder im Landesinneren Siziliens. Jeder gewählte Ort nimmt nur eine einzige Stele auf, im Durchschnitt ist die nächste dann jeweils gut einen Tagesmarsch entfernt.
Die Stelen verbinden historische Bauwerke, Burgen und Klöster, traditionelles Handwerk und moderne Industriebetriebe, Universitäten und Schulen, Städte und Gemeinden, Straßen und Autobahnen, Landschaften und Menschen zu einem Spiegelbild europäischen Kultur.

Nur etwa mannshoch ragen die Skulpturen aus dem Boden auf, denn sie sollen keineswegs eine Übermächtigkeit suggerieren, zu der man aufschauen muß. Als Kulturphänomen werden sie somit nicht gegen die Natur ein gesetzt, sondern als Teil der Natur: das unbehandelte Stelenholz wird nämlich Witterungseinflüssen oder potentiellen menschlichen Zugriffen ausgesetzt.

Flechten- und Moosbildung, Pilz- und Schwammbefall, Vogelkot, Wasserspuren, Abnagungen von Tieren. Zeitenüberdauernd in konkretem Ortsbezug sollen diese Stelen damit keineswegs sein; das einzelne Kunstwerk wird später zum Relikt einer Aktion, bleibt aber gleichzeitig Kunstwerk, gleichgültig, ob es später anseinen Platz wieder zurückgestellt oder an anderem Ort, etwa einem Museum in eine Kunstsammlung, eingegliedert wird.

Innerhalb weniger Jahre nehmen die Stelen an den verschiedenen Standorten eine ihnen eigene, charakteristische Patina an: Flechten, grau, weiß schimmelig grün oder grellgelb, ziehen auf dem holzigem Grund ihrefranseligen Kreise. Moospolster liegen wie Weichtiere auf den Schultern der Stelen, giftgrüne Algen erobern ihr Quartier, kreideweiß frißt sich Vogelkot ins Holz, Menschen schneiden ihre Initialen und Liebesbezeugungen ins Holz, Graffitis zieren die Oberfläche. Der Zahn der Zeit nagt an den Stelen, sie sind vergänglich.

Im oberen Teil der Stele befindet sich, von einem Holzfond umrahmt, eine ausgefräßte Cassette, auf der ein kleines Gemälde ist. Der Hintergrund des Gemäldes ist ein Farbfond, der spontan aufgetragen wird: wie eine Laune der Natur. Darüber legt sich eine farbige, unregelmäßige Strichstruktur als Spiegelbild und Symbol der inneren Gliederung aller Stoffe in der Natur. Diese natürliche Ordnung der Dinge findet sich auch in der Holzmaserung der Stelen wieder und wird durch eine strukturelle Bearbeitung der Stelenoberfläche ergänzt.

Stelenstandorte
(Auswahl)
Usedom: Verzahnung von Land und Meer • Boddin: Kunsthaus Verlag • Fürstenberg: Partnerstadt Geldern • Rheinsberg: Steingutfabrik • Neuruppin: Theodor Fontane • Hamm: Zentrum ökologisches & biologisches Bauen • Kamen: Autobahnkreuz • Dortmund: Verlag Harenberg • Bochum: Bergbau • Recklinghausen: Ikonenmuseum • Dorsten: Jüdisches Museum • Hünxe: Bauerhof, Milchwirtschaft • Xanten: Archäologischer Park • Geldern: Pflastermaler-Festival • Duisburg: Stahlwerk Nord • Velbert: Forum Niederberg/Deut. Schloß und Beschlägemuseum • Wuppertal: Forum Industrie, Handwerk & Kultur • Langenfeld: Stadtpark Langfort • Pulheim: Strom-Umschaltstation • Brühl: Max-Ernst-Kabinett • Walberberg: Naturpark Kottenforst • Dünstekoven: Eisener Mann • Berg: Eifelberg • Dümpelfeld: Das typische Eifeldorf • Siebenbach: Eifelltal • Nürburgring: Motorsport • Ulmen: Maar • Cochem: Mosellandschaft • Zell: Weinbau an der Mosel • Trier: Heiliger Rock • Bad Müster am Stein-Ebernburg: Künstlerbahnhof • Pforzheim: Schmuck • Calw: Hermann Hesse • Nagold: Fachwerkbau • Alpirsbach: Klosterbrauerei • Schramberg: Uhrmacher • Triberg: Wasserfall • Furtwangen: Uhrenmuseum • Kelheim: Älteste Weissbierbrauerei der Welt - Schneider • Landshut: Hochzeit • Altötting: Wallfahrtsort • Kempten: Archäologischer Park • Oberstdorf: Nebelhornbahn • Kleinwalsertal: Geschichte der Walser • Reschenpaß: Stausee • Schludern: Churburg • Laas: Marmorbrüche • Naturns: Fremdenverkehr