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Das
Kunst-Projekt "Stelen" von Norbert Conzen
Ausstellung in der Galerie Sudhaus, Kelheim
Von Dennis Schneider
Bis zum Jahre 2001 stellt Norbert F. Conzen 231 plastisch bearbeitete
Stelen, aus verschiedenen Holzarten gefertigt (Fichte, Tanne, Eiche,
Linde), von Skandinavien bis zu den Mittelmeerländern im offenen
Landschaftsraum als Skulpturenkette auf: in den deutschen Mittelgebirgen
und in den Alpen ebenso wie in Südtirol oder im Landesinneren Siziliens.
Jeder gewählte Ort nimmt nur eine einzige Stele auf, im Durchschnitt
ist die nächste dann jeweils gut einen Tagesmarsch entfernt.
Die Stelen verbinden historische Bauwerke, Burgen und Klöster,
traditionelles Handwerk und moderne Industriebetriebe, Universitäten
und Schulen, Städte und Gemeinden, Straßen und Autobahnen,
Landschaften und Menschen zu einem Spiegelbild europäischen Kultur.
Nur etwa mannshoch ragen die Skulpturen aus dem Boden auf, denn sie
sollen keineswegs eine Übermächtigkeit suggerieren, zu der
man aufschauen muß. Als Kulturphänomen werden sie somit nicht
gegen die Natur ein gesetzt, sondern als Teil der Natur: das unbehandelte
Stelenholz wird nämlich Witterungseinflüssen oder potentiellen
menschlichen Zugriffen ausgesetzt.
Flechten- und Moosbildung, Pilz- und Schwammbefall, Vogelkot, Wasserspuren,
Abnagungen von Tieren. Zeitenüberdauernd in konkretem Ortsbezug
sollen diese Stelen damit keineswegs sein; das einzelne Kunstwerk wird
später zum Relikt einer Aktion, bleibt aber gleichzeitig Kunstwerk,
gleichgültig, ob es später anseinen Platz wieder zurückgestellt
oder an anderem Ort, etwa einem Museum in eine Kunstsammlung, eingegliedert
wird.
Innerhalb weniger Jahre nehmen die Stelen an den verschiedenen Standorten
eine ihnen eigene, charakteristische Patina an: Flechten, grau, weiß
schimmelig grün oder grellgelb, ziehen auf dem holzigem Grund ihrefranseligen
Kreise. Moospolster liegen wie Weichtiere auf den Schultern der Stelen,
giftgrüne Algen erobern ihr Quartier, kreideweiß frißt
sich Vogelkot ins Holz, Menschen schneiden ihre Initialen und Liebesbezeugungen
ins Holz, Graffitis zieren die Oberfläche. Der Zahn der Zeit nagt
an den Stelen, sie sind vergänglich.
Im oberen Teil der Stele befindet sich, von einem Holzfond umrahmt,
eine ausgefräßte Cassette, auf der ein kleines Gemälde
ist. Der Hintergrund des Gemäldes ist ein Farbfond, der spontan
aufgetragen wird: wie eine Laune der Natur. Darüber legt sich eine
farbige, unregelmäßige Strichstruktur als Spiegelbild und
Symbol der inneren Gliederung aller Stoffe in der Natur. Diese natürliche
Ordnung der Dinge findet sich auch in der Holzmaserung der Stelen wieder
und wird durch eine strukturelle Bearbeitung der Stelenoberfläche
ergänzt.
Stelenstandorte
(Auswahl)
Usedom: Verzahnung von Land und Meer Boddin: Kunsthaus Verlag
Fürstenberg: Partnerstadt Geldern Rheinsberg: Steingutfabrik
Neuruppin: Theodor Fontane Hamm: Zentrum ökologisches
& biologisches Bauen Kamen: Autobahnkreuz Dortmund:
Verlag Harenberg Bochum: Bergbau Recklinghausen: Ikonenmuseum
Dorsten: Jüdisches Museum Hünxe: Bauerhof, Milchwirtschaft
Xanten: Archäologischer Park Geldern: Pflastermaler-Festival
Duisburg: Stahlwerk Nord Velbert: Forum Niederberg/Deut.
Schloß und Beschlägemuseum Wuppertal: Forum Industrie,
Handwerk & Kultur Langenfeld: Stadtpark Langfort Pulheim:
Strom-Umschaltstation Brühl: Max-Ernst-Kabinett Walberberg:
Naturpark Kottenforst Dünstekoven: Eisener Mann Berg:
Eifelberg Dümpelfeld: Das typische Eifeldorf Siebenbach:
Eifelltal Nürburgring: Motorsport Ulmen: Maar
Cochem: Mosellandschaft Zell: Weinbau an der Mosel Trier:
Heiliger Rock Bad Müster am Stein-Ebernburg: Künstlerbahnhof
Pforzheim: Schmuck Calw: Hermann Hesse Nagold:
Fachwerkbau Alpirsbach: Klosterbrauerei Schramberg: Uhrmacher
Triberg: Wasserfall Furtwangen: Uhrenmuseum Kelheim:
Älteste Weissbierbrauerei der Welt - Schneider Landshut:
Hochzeit Altötting: Wallfahrtsort Kempten: Archäologischer
Park Oberstdorf: Nebelhornbahn Kleinwalsertal: Geschichte
der Walser Reschenpaß: Stausee Schludern: Churburg
Laas: Marmorbrüche Naturns: Fremdenverkehr
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